Ziele

MEMODICS will die Diskussion von Fragen anregen und dabei helfen, Diskussionsstränge sowie Autorinnen und Autoren miteinander zu vernetzen und entstehende Texte und Materialien besser zugänglich zu machen.

Unter anderem interessieren uns im Schnittpunkt von Kulturellem Gedächtnis / Erinnerungsorten und Fremdsprachendidaktik:

 

Konzeptionelle und begriffliche Fragen, z.B.:

  •  Wie verstehen wir die zentralen Begriffe „kulturelles Gedächtnis“ und „Erinnerungsort“? Welche (u.a. kulturwissenschaftlichen, soziologischen, sozialpsychologischen) Definitionsversuche bewähren sich im Rahmen einer (fremdsprachigen) integrativen Sprach- und Kulturdidaktik und welche nicht?
  •  Welche didaktischen Chancen und Gefahren birgt insbesondere die Begrifflichkeit (und der potentielle Inhalt) von nationalen, regionalen (lokalen), inter- bzw. transnationalen, globalen, geteilten, gemeinsamen oder auch polyvalenten Erinnerungsorten?
  •  Wie wichtig ist der Bezug zur Geschichte? Wie stark werten wir den Aspekt der Gegenwartsrelevanz von Erinnerungsorten?
  • Inwieweit modifizieren wir also das gängige Verständnis von Erinnerungsorten, das ja doch einen deutlich historischen Bezug hat?
  •  Wie gestaltet sich das Verhältnis zwischen „Erinnerungsorten“, Geschichte und Landeskunde im Kontext des Fremdsprachenunterrichts?

 

Didaktische und methodische Fragen, z.B.:

Inwieweit können sich Erinnerungsorte als Lernorte einer kulturwissenschaftlich fundierten Landeskunde im Fremdsprachenunterricht erweisen? Welcher Stellenwert kommt dabei folgenden Lernzielen zu?

  • Wissensvermittlung
  • Verständnis für die Komplexität und Pluralität des Erinnerns und für kulturelle Bedeutungszuschreibungen
  • Aufbau einer text-, medien- und kulturbezogenen Deutungskompetenz
  • Aufbau einer symbolischen Kompetenz (Claire Kramsch)
  • Language awareness /culture awareness / media awareness
  • Möglichkeit einer Partizipation an der fremdsprachigen Lebenswelt
  • Welche notwendigen (sprachlichen, inhaltlichen, methodologischen, methodischen u.a.) Differenzierungen können (müssen) sich für den Kontext Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache ergeben?

Inwieweit spielen Zusammensetzung, Lernmotivationen und Lernziele von konkreten Lernergruppen eine Rolle?

  • Welche Bedeutung messen wir einzelnen Medien und ihren Funktionen (z.B. als Speichermedium, als Abrufmedium) in Erinnerungsprozessen im Hinblick auf fremdsprachliche Lehr- und Lernzusammenhänge bei ?
  • Welche besondere Rolle können z.B. Texte, Filme, Bilder, konkrete Orte und Räume, Gegenstände, Personen usw. übernehmen?
  • Welche Rolle können insbesondere literarische Texte spielen?
  •  Welches Verhältnis besteht zwischen Erinnerungsorten und Sprache, zwischen kulturellem und sprachlichem Lernen im „Erinnerungsorte“-Konzept?
  • Worin kann der „fremdsprachliche Mehrwert“ von Erinnerungsorten bestehen und inwieweit ist das abhängig von ihrer jeweiligen medialen Form?
  •  Welche Auswahlkriterien legen wir aus fremdsprachendidaktischer Sicht an Inhalte des kulturellen und kollektiven Gedächtnisses und an Erinnerungsorte an? Inwiefern sind die zu wählenden Beispiele von der jeweiligen Region / dem Ort abhängig, in der wir arbeiten? Gibt es besonders „relevante“ Erinnerungsorte (für wen und wann besitzen sie Relevanz)?
  • Wie gehen wir in diesem Zusammenhang mit den bestehenden Textsammlungen zu Erinnerungsorten um ? Inwieweit können sie Grundlagen und Ausgangspunkte fremdsprachendidaktischer Arbeit sein?
  • Welche methodischen Instrumentarien eignen und bewähren sich für die integrative sprach- und kulturdidaktische Arbeit mit Inhalten des kulturellen und kollektiven Gedächtnisses sowie Erinnerungsorten im Fremdsprachenunterricht?