Über MEMODICS

Hier finden Sie Informationen zu PartnerInnen, Zielen, zur Genese und zum Hintergrund von MEMODICS.

PartnerInnen

Deutschland:

  • Renata Behrendt (Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für DeutschePhilologie/Deutsch als Zweitsprache)
  • Michael Dobstadt (TU Dresden, Institut für Germanistik, Deutsch als Fremdsprache)
  • Roger Fornoff (Universität zu Köln, Institut für deutsche Sprache und Literatur, Deutsch als Fremdsprache)
  • Almut Hille (Freie Universität Berlin, Institut für Deutsche und Niederländische Philologie, Deutsch als Fremdsprache)
  • Uwe Koreik (Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, Deutsch als Fremdsprache)
  • Christine Magosch (Universität Leipzig, Herder-Institut)
  • Silke Pasewalck (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa)
  • Simone Schiedermair (Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache und Interkulturelle Studien)

Norwegen:

  • Ingvild Folkvord (Norwegian University of Science and Technology – NTNU Trondheim, Department of Foreign Languages)

Österreich:

  • Hannes Schweiger (Universität Wien, Institut für Germanistik, Deutsch als Fremd- und Zweitsprache)

Polen:

  • Camilla Badstübner-Kizik (Adam-Mickiewicz-Universität Poznań, Institut für Angewandte Linguistik)
  • Marta Janachowska-Budych (Adam-Mickiewicz-Universität Poznań, Institut für Angewandte Linguistik)

Südafrika:

  • Renate Riedner (Stellenbosch University, Department of Modern Foreign Languages)

Ziele

MEMODICS will die Diskussion von Fragen anregen und dabei helfen, Diskussionsstränge sowie Autorinnen und Autoren miteinander zu vernetzen und entstehende Texte und Materialien besser zugänglich zu machen.

Unter anderem interessieren uns im Schnittpunkt von Kulturellem Gedächtnis / Erinnerungsorten und Fremdsprachendidaktik:

Konzeptionelle und begriffliche Fragen, z.B.:

  •  Wie verstehen wir die zentralen Begriffe „kulturelles Gedächtnis“ und „Erinnerungsort“? Welche (u.a. kulturwissenschaftlichen, soziologischen, sozialpsychologischen) Definitionsversuche bewähren sich im Rahmen einer (fremdsprachigen) integrativen Sprach- und Kulturdidaktik und welche nicht?
  •  Welche didaktischen Chancen und Gefahren birgt insbesondere die Begrifflichkeit (und der potentielle Inhalt) von nationalen, regionalen (lokalen), inter- bzw. transnationalen, globalen, geteilten, gemeinsamen oder auch polyvalenten Erinnerungsorten?
  •  Wie wichtig ist der Bezug zur Geschichte? Wie stark werten wir den Aspekt der Gegenwartsrelevanz von Erinnerungsorten?
  • Inwieweit modifizieren wir also das gängige Verständnis von Erinnerungsorten, das ja doch einen deutlich historischen Bezug hat?
  •  Wie gestaltet sich das Verhältnis zwischen „Erinnerungsorten“, Geschichte und Landeskunde im Kontext des Fremdsprachenunterrichts?

Didaktische und methodische Fragen, z.B.:

Inwieweit können sich Erinnerungsorte als Lernorte einer kulturwissenschaftlich fundierten Landeskunde im Fremdsprachenunterricht erweisen? Welcher Stellenwert kommt dabei folgenden Lernzielen zu?

  • Wissensvermittlung
  • Verständnis für die Komplexität und Pluralität des Erinnerns und für kulturelle Bedeutungszuschreibungen
  • Aufbau einer text-, medien- und kulturbezogenen Deutungskompetenz
  • Aufbau einer symbolischen Kompetenz (Claire Kramsch)
  • Language awareness /culture awareness / media awareness
  • Möglichkeit einer Partizipation an der fremdsprachigen Lebenswelt
  • Welche notwendigen (sprachlichen, inhaltlichen, methodologischen, methodischen u.a.) Differenzierungen können (müssen) sich für den Kontext Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache ergeben?

Inwieweit spielen Zusammensetzung, Lernmotivationen und Lernziele von konkreten Lernergruppen eine Rolle?

  • Welche Bedeutung messen wir einzelnen Medien und ihren Funktionen (z.B. als Speichermedium, als Abrufmedium) in Erinnerungsprozessen im Hinblick auf fremdsprachliche Lehr- und Lernzusammenhänge bei ?
  • Welche besondere Rolle können z.B. Texte, Filme, Bilder, konkrete Orte und Räume, Gegenstände, Personen usw. übernehmen?
  • Welche Rolle können insbesondere literarische Texte spielen?
  •  Welches Verhältnis besteht zwischen Erinnerungsorten und Sprache, zwischen kulturellem und sprachlichem Lernen im „Erinnerungsorte“-Konzept?
  • Worin kann der „fremdsprachliche Mehrwert“ von Erinnerungsorten bestehen und inwieweit ist das abhängig von ihrer jeweiligen medialen Form?
  •  Welche Auswahlkriterien legen wir aus fremdsprachendidaktischer Sicht an Inhalte des kulturellen und kollektiven Gedächtnisses und an Erinnerungsorte an? Inwiefern sind die zu wählenden Beispiele von der jeweiligen Region / dem Ort abhängig, in der wir arbeiten? Gibt es besonders „relevante“ Erinnerungsorte (für wen und wann besitzen sie Relevanz)?
  • Wie gehen wir in diesem Zusammenhang mit den bestehenden Textsammlungen zu Erinnerungsorten um? Inwieweit können sie Grundlagen und Ausgangspunkte fremdsprachendidaktischer Arbeit sein?
  • Welche methodischen Instrumentarien eignen und bewähren sich für die integrative sprach- und kulturdidaktische Arbeit mit Inhalten des kulturellen und kollektiven Gedächtnisses sowie Erinnerungsorten im Fremdsprachenunterricht?

Genese

Die informelle Arbeitsgruppe MEMODICS besteht seit Herbst 2011, als eine Gruppe von LiteraturwissenschaftlerInnen, LinguistInnen und FremdsprachendidaktikerInnen aus den Universitäten Berlin (FU), Leipzig, Greifswald, Trondheim, Tartu, Łódź und Poznań beschloss, im Rahmen des europäischen Programms HERA (Humanities in the European Research Area) einen Projektantrag unter dem Titel „Cultural encounters revisited – the didactic surplus of sites of memory in foreign language learning“ vorzubereiten.

Im Januar 2013 (Universität Leipzig)  und im Februar 2013 (FU Berlin) fanden Arbeitstagungen statt, auf denen einerseits grundlegende konzeptionelle Fragen, andererseits konkrete Didaktisierungsansätze vorgestellt und diskutiert wurden.

Parallel dazu (und auch unabhängig davon) werden an vielen Universitäten im Bereich Germanistik / Angewandte Linguistik / Deutsch als Fremd- / Deutsch als Zweitsprache Lehrveranstaltungen zu Fragen des Kulturellen Gedächtnisses sowie der Erinnerungsorte und ihres didaktischen Potentials angeboten.


Hintergrund

MEMODICS bezieht sich auf die Konzepte von kulturellem und kollektivem Gedächtnis sowie auf das Konzept der Erinnerungsorte, wie sie u.a. von Aleida Assmann, Jan Assmann, Etienne François, Hans Henning Hahn, Maurice Halbwachs, Pierre Nora, Paul Ricoeur, Henri Rousso, Martin Sabrow, Hagen Schulze, Robert Traba und Harald Welzer entwickelt wurden (und werden).

Von besonderer Bedeutung sind für uns ebenfalls die (polnischsprachigen), meist soziologisch orientierten, Publikationen von Nina Assorodobraj-Kula, Marcin Kula, Barbara Szacka, Andrzej Szpociński u.a.

Für den fremdsprachendidaktischen Kontext fühlen wir uns integrativen, kulturwissenschaftlichen, reflexiven interkulturellen, inhalts- und lernerorientierten sowie medienaufmerksamen Ansätzen verpflichtet.