Thinktank-Treffen MEMODICS+

Kurzbericht zum Thinktank-Treffen an der Universität Bielefeld

Vom 13. bis 15. Oktober 2016 fand auf Einladung von Uwe Koreik an der Universität Bielefeld ein Thinktank-Treffen zum didaktischen Potenzial von Erinnerungsorten statt. Es ist das nunmehr vierte internationale Arbeitstreffen der Memodics-Gruppe. Die acht Teilnehmenden kamen diesmal von den Universitäten Bielefeld, Istanbul (TDU), Leipzig und Poznań (AMU). Im Mittelpunkt standen komplexe Erinnerungsorte mit deutlichen grenzen- und sprachenübergreifenden Dimensionen – „Aufarbeitung der deutschen NS-Vergangenheit (Fritz Bauer)“, „Reichstag/Bundestag“, „17. Juni 1953“, „Tschernobyl“, „Kinderlieder“ sowie „Musik als Widerstand (Swingkids)“). Die Erinnerungsorte wurden jeweils vorgestellt und ihr didaktisches Potenzial anschließend ausführlich diskutiert.

Thema war dabei u.a., wie komplexe immaterielle Erinnerungsorte (Konzepte, Ereignisse, Musik) sinnvoll didaktisiert werden können, dass sie einerseits kulturbezogene Einsichten und Reflexionen ermöglichen und andererseits Raum für sprachdidaktische Ziele lassen. Geplant ist, auf der Grundlage der einzelnen Beiträge multimediale Lehrmaterialien für (jüngere) Erwachsene auf zwei Niveaustufen zu erstellen. Diese sollen zunächst in der (akademischen) Praxis erprobt werden, bevor sie in revidierter Form an die Öffentlichkeit gelangen. Mit der Wahl der Erinnerungsorte sowie mit ihrer empirisch belegten Praxistauglichkeit wollen die Autor_innen ganz bewusst an die Publikation von Schmidt/Schmidt (2007) anschließen, Ziel ist, diese zu ergänzen und zu erweitern.